Kanzlei Fathieh – Rechtsanwälte in Heidelberg

Interview mit Ricarda Lobe - Ziele für die Hallensaison 2020 und Sommersaison 2020

Die Anwälte Kian Fathieh und Dr. jur. Opitz-Bonse von der Kanzlei Fathieh interviewten vor dem Beginn ihres Trainingslagers Ende November 2019 die vierfache Deutsche Meisterin mit der Vier-mal-100-Meter-Staffel, Ricarda Lobe, zu ihren Zielen für die Hallensaison 2020 und die Sommersaison 2020. Die Athletin befand sich seit dem 29.11.2019 bis zum 6. Dezember 2019 mit den anderen Athletinnen ihrer Trainingsgruppe und dem Bundestrainer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes Rüdiger Harksen in einem Trainingslager auf Lanzarote. Die Sprinterin und Hürdensprinterin hat gemeinsam mit der MTG-Staffel die beste jemals bei bundesdeutschen Leichtathletik-Meisterschaften erreichte Zeit mit der Vier-mal-100-Meter-Staffel erzielt. Die Athletin trainiert derzeit sieben bis acht Mal die Woche in Mannheim und am Olympiastützpunkt der Metropolregion Rhein-Neckar im Neuenheimer Feld in Heidelberg.

Die Kanzlei Fathieh ist seit Ende 2015 Sponsor der Athletin.

Hallensaison 2020

Nächster Wettkampf

Frage: Wann haben Sie den nächsten Wettkampf geplant?

Lobe: Nach heutigem Stand planen mein Trainer und ich mit einer Hallensaison im Januar 2020 oder Februar 2020. Anfang Januar 2020 fliegen wir mit dem Hürdenkader noch ins Trainingslager, daher wird der Einstiegswettkampf erst Ende Januar 2020 sein. Welche Wettkämpfe genau geplant sind, steht aktuell noch nicht fest. Gerne würde ich aber wieder bei den deutschen Meetings in Karlsruhe, Düsseldorf und Berlin starten. Das ist aber natürlich von den jeweiligen Terminen abhängig und auch davon, ob ich dort einen Startplatz erhalten werde.

Wo wird das Trainingslager Anfang Januar 2020 stattfinden?

Lobe: Das geplante Trainingslager Anfang Januar 2020 wird auf Teneriffa für ca. 10 Tage stattfinden.

Frage: Welche Ziele haben Sie für die Hallensaison im Jahre 2020?

Lobe: Für die Hallensaison 2020 besteht vorrangig das Ziel, verletzungsfrei und gesund zu bleiben, sowie technisch mehr Stabilität zu bekommen und damit dann wieder im Hürdensprint die 8-Sekunden-Marke (sowie meine Bestzeit von 7,99 Sekunden) anzugreifen. Die Hallensaison ist für mich ein wichtiger Grundbaustein für die Sommersaison 2020.

Am 26. Januar 2020 startete Ricarda Lobe in die Hallensaison und wurde baden-württembergische Meisterin

Spontan entschied sich die Athletin in Mannheim über die 60 Meter Hürden am 26.01.2020 ihren ersten Wettkampf nach einer zweiwöchigen Erkältungsphase zu bestreiten. Mit 8,29 Sekunden wurde sie in Mannheim mit dieser Zeit baden-württembergische Meisterin. Bei dem Indoor Meeting in Karlsruhe am 31.01.2020 verbesserte Ricarda Lobe ihre Saisonbestzeit in dieser Disziplin auf 8,19 Sekunden. Ricarda Lobe startete danach am 4. Februar 2020 bei dem PSD Bank Meeting Düsseldorf, wo sie aufgrund eines Fehlstartes ausschied. Am 09. Februar 2020 nahm Ricarda Lobe am PSD Bank Indoor Meeting Dortmund teil und erreichte mit 8,28 Sekunden im Wettkampf mit internationaler Besetzung den 5. Platz. Nach ihrer erfolgten Teilnahme am 14. Februar 2020 bei dem ISTAF Indoor Berlin mit einer Zeit von 8,24 Sekunden über die 60 Meter Hürden hat Ricarda Lobe am 22. Februar 2020 bei den Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften in Leipzig in der Disziplin 60 Meter Hürden mit ihrer Saisonbestleistung von 8,19 Sekunden die Silbermedaille gewonnen.

Video, in dem Ricarda Lobe beim Krafttraining am Olympiastützpunkt in Heidelberg zu sehen ist

Sommersaison 2020

Frage: Welche Ziele haben Sie für die Sommersaison 2020?

Lobe: Im Sommer steht natürlich das große Ziel Olympische Spiele in Tokio voll im Fokus. Davor gilt es jedoch, viele kleine Zwischenziele zu erreichen. Beispielsweise arbeiten wir im Training tagtäglich hart daran, meine Technik zu verbessern. Ein großes Ziel ist es daher im Sommer auch, diese Feinheiten in den Rennen abzurufen und konstante Wettkämpfe zu absolvieren. Auch die Europameisterschaft in Paris wird ein wichtiges Event sein, da ich nach meinem 5. Platz bei der EM 2018 in Berlin auch dort wieder im Finale stehen möchte.

Trainingshäufigkeit

Frage: Wie oft trainieren Sie derzeit?

Lobe: Derzeit trainiere ich 7-8 Mal pro Woche. Nach einer 6-wöchigen Aufbau- und Grundlagenphase sind wir aktuell von den Trainingsinhalten schon etwas spezifischer geworden und bereiten damit nun die Hallensaison vor.

Trainieren Sie beim Krafttraining am Olympiastützpunkt alleine oder mit Trainingspartnern oder nur mit Unterstützung Ihrer dortigen Athletiktrainerin?

Lobe: Das Krafttraining am Olympiastützpunkt absolviere ich unter Betreuung meiner Athletiktrainerin vor Ort. Jedoch sind zeitgleich viele andere Sportler aus unterschiedlichsten Sportarten ebenfalls im Kraftraum und werden betreut, unter anderem auch meine Trainingskolleginnen.

Wie hoch sind Ihre Trainingsumfänge derzeit?

Lobe: Bei 7-8mal pro Woche Training, trainieren wir pro Einheit ca. 2-3 Stunden. Hürdeneinheiten fallen vom Umfang etwas größer aus und dauern daher auch länger als reine Sprinteinheiten.

Motivation, Ernährung und Ausblick

Wie motivieren Sie sich an „schweren Tagen“?

Lobe: Als Spitzensportler fällt es einem in der Regel nicht sehr schwer, sich zu motivieren, da man immer die gesetzten Ziele vor Augen hat. Wenn man jedoch mal Tage hat, an welchen einem das Training etwas schwerer fällt, hilft es, sich die Ziele nochmals vor Augen zu führen oder sich sogar einfach mal abseits vom Sport abzulenken.

Wie diszipliniert ernähren Sie sich?

Lobe: Die Ernährung spielt für uns Leistungssportler tagtäglich eine große Rolle. Meine Ernährung gestalte ich daher sehr ausgewogen, frisch und bewusst.

Essen Sie derzeit in der Wettkampfvorbereitung Süßigkeiten?

Lobe: Ich verbiete mir in einer Ernährung grundsätzlich nichts, verfolge aber immer das Ziel, dass die Ernährung, wie bereits erwähnt, ausgewogen ist. Das bedeutet, dass ich direkt nach dem Training keine Süßigkeiten konsumiere, aber beispielsweise zu einer Tasse Kaffee ab und zu auch mal ein Stück Kuchen esse. Generell versuche ich, den Konsum von süßen Produkten jedoch sehr klein zu halten und greife daher auch eher auf Alternativen zurück.

Trinken Sie in der Phase der Wettkampfvorbereitung generell keinen Alkohol?

Lobe: Alkohol trinke ich in der Wettkampfvorbereitung keinen. Das würde die Effektivität des Trainings, aber auch die Regeneration erheblich mindern.

Arbeiten Sie momentan auch im Bereich des Mentaltrainings?

Lobe: Das Mentaltraining ist mittlerweile ein wichtiger Bestandteil des Trainingsalltags geworden. Vor allem, wenn es in die Wettkampfphase geht, arbeiten wir hier nochmals an vielen automatisierten Abläufen, um das Leistungsniveau zu steigern.

Im Sommer 2019 hatten Sie sich verletzt und konnten nicht mit der Vier-Mal-100-Meter Staffel der MTG Mannheim bei den Leichtathletik-Meisterschaften starten. Seit wann ist Ihre Verletzung ausgeheilt? Wie lange ging die Rekonvaleszenz?

Lobe: Bei der Vier-mal-100-Meter-Staffel bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin nicht wie gewohnt am Start zu stehen, war für mich ein großer Schlag. Die Staffel ist als „Mannschaftsdisziplin“ immer ein besonderer Höhepunkt. Die Verletzung am Tag zuvor im Hürdenfinale hat meinen Start allerdings nicht zugelassen. Ich habe direkt nach den Deutschen Meisterschaften mit einer 6-wöchigen Reha begonnen. Seit Mitte September 2019 ist die Verletzung nun ausgeheilt, und ich konnte mit meiner Trainingsgruppe wie geplant in die Wintervorbereitung starten.